Chen Po kam ursprünglich aus Po-chou in der Anhui Provinz. Er war ein berühmter Taoist, der während der späten Choi und Sung Dynastie (960-1280) auf dem Berg Hua, einem der 5 heiligen Berge von China, gelebt hat. Er wird als Gründer des Liu Ho Pa Fa - sechs Harmonien und acht Methoden Boxen betrachtet.
Chen Po zeigte als junger Mensch viel Talent in den klassischen Künsten. Als er aber mit 15 die Prüfung zum kaiserlichen Beamten nicht bestand, zog er sich zurück von der Welt, um das Geheimnis der Unsterblichkeit zu suchen und wurde taoistischer Einsiedler.
Viele Jahre später wurde er von einem taostischen Meister zu den Wu Dang Bergen geschickt. Dort, in dem sogenannten Felsen der neun Räume, kultivierte er sein Chi Kung durch Meditation und Atemtechniken. Er soll eine eigene Winterschlaftechnik entwickelt haben. In dieser Zeit entwickelte er einen Box-Stil, der ganz auf dem taostischen Verständnis des Elements Wasser beruhte. Er lehrte diesen Stil zwar nicht, aber er fertigte Aufzeichnungen an.
Obwohl Chen abgeschieden lebte, wurde er ob seines Chi Kungs und seines klassischen Wissens immer bekannter. Als Kaiser Shh Tsung der Cho Dynasty von ihm hörte, liess er ihn als möglichen Aufwiegler verhaften. Nach mehreren Monaten erkundigte sich der Kaiser nach dem Befinden des Eingekerkerten: nur um zu erfahren, dass dieser seit seiner Verhaftung ununterbrochen geschlafen habe. Da erkannte der Kaiser, dass der taostische Meister keinerlei Ansprüche auf Ruhm und Reich hatte und liess ihn frei.
Der Thronfolger, der Kaiser Sung Tai Tzuu (960-975) holte ihn an seinen Hof und gab ihm den Ehrentitel Chen Hsi I, was soviel wie "aussergewöhlicher Mensch", aber auch "reifer Boxer" heisst. Damit wurde auf Chen's Können als Kung Fu Meister Bezug genommen. Obwohl der taostische Meister das Gute der Menschen im Auge hatte, wollte er eigentlich nur in Frieden in seiner Einsiedelei leben. Er spielte mit dem Kaiser in einer Partie Schach (wei chi) darum, ob er den kaiserlichen Hof verlassen dürfe. Er gewann die Partie und zog sich auf den Berg Hua zurück.
Chen wurde ein berühmter Gelehrter, der als entrückter taostischer Unsterblicher verehrt wurde. Er unterrichtete Huo Lung, den späteren Lehrer von Chang San Feng, den Begründer des Tai Chi, in der taoistischen Lehre.
Nach Chen's Tod fand ein anderer Einsiedler mit Namen Lee
Dong Feng in Chen's Höhle die Aufzeichnungen über das Wasser-Boxen. Mit Hilfe
dieser Manuskripte gelang es ihm, den Stil zu erlernen. Er fing an, andere
taoistische Mönche in der Kunst zu unterrichten. Seit dieser Zeit wird der Stil
gelehrt.
Wu Yik Fan - Wu I-Hui (1887-1961)
Wu
Yik Fan wurde in Tieling im Nordosten Chinas geboren, lebte aber später in
Beijing. Er stammte aus einer Beamtenfamilie und war bekannt als ein humorvoller
Mann mit grossem Talent in den Kampfkünsten. Er liebte es auch zu malen,
Kaligrafien zu erstellen und zu reisen.
1896 nahm sein Vater eine Beamtenstelle in Pienliiang an. Seine Familie folgte ihm dorthin. Dort kam Wu zum ersten mal mit Wasser Boxen in Kontakt. Er erlernte ausserdem das Taostische Schlaf-Chi Kung des Chen Hsi I. Sein Lehrer, Meister Chen Kuang Ti, war sehr von Wu's Fortschritten angetan.
1905 wurde Meister Wu zur Militärakademie in Baoding zugelassen. Während der Wochenenden besuchte er Meister Chen Huolu, der ihm die Geheimnisse der Kampfkünste beibrachte.
1928 wurde Wu als Kampfsportlehrer nach Shanghai berufen.
Im Jahre 1936 wurde er zum Vorsteher des Nationalen Kampfkunst-Verbandes in Nanking bestellt. Als die Japaner China überfielen, flüchtete er via Kunming nach Guiling. Von dort floh er nach Hanoi in Vietnam.
Nach dem Krieg 1945 kehrte er nach Shanghai zurück und nahm seine Lehrtätigkeit wieder auf. Studenten aus ganz China und Übersee besuchten seine Veranstaltungen. Er lehrte Tausende von Schülern.
1961 im Alter von 73 Jahren starb er.
Chen Yik Yan - Chan Cho-Fan (1909 -1982)
Der
Industrielle Chen Yik Yan wurde der Nachfolger von Wu Yik Fan. Durch seine hohe
gesellschaftliche Stellung wurde er durch den General Chang Chih-Chiang bei
Meister Wu eingeführt. Der erste Eindruck, den Chen vom Wasser-Boxen hatte, war,
dass es sich um einen weiteren Stil des stark verbreiteten Tai Chi handelte. Bei
weiteren Studien erkannte er aber, dass es eine andere, sehr komplexe
Kampfkunst war. Durch seinen Reichtum war es ihm ein leichtes, mit Meister Wu
auf seine Reisen zu gehen. So begleitete er Wu auch während seiner Zeit in
Nanking. Während dieser Jahre erlernte er Pa Kua und Hsing I von Chiang
Jung-Ch'iao, I Chuan (Dachen Quan) von Han Hsing-Chiao und Hsing I Chuan von Chu
Kuei Ting. Nach der kommunistischen Machtergreifung floh Chen zuerst nach Hong
Kong und dann nach Singapur. In den 50er Jahren entschloss sich Chen, sich in
Hong Kong zur Ruhe zu setzen. Sein Schüler Wai Lan Choi schaffte es aber, dass
dieser weiter lehrte.
Wai Lun Choi (1939-)
Meister Wai Lun Choi wurde in Toi Shan in
Südchina geboren. 1954 flüchtete er nach Hong Kong. Im Jahre 1957 begann er
das Studium der Kampfkünste. Er studierte Lama, Judo, Thai-Boxen, Nördliches
Shaolin-Boxen und Liu Ho Ba Fa oder Wasser-Boxen.
Als er von Meister Chen Yik Yan hörte, beschloss er dessen Schüler zu werden. Das war aber leichter gesagt als getan. Während einem Jahr besuchte er Meister Chen. Während dieser Besuche war es strikte verboten, das Thema Kampfkunst auch nur anzudeuten. 1963 aber akzeptierte Meister Chen ihn als Schüler. Er wurde von ihm in den inneren Stilen Tai Chi, Pa Kua, Hsing-I und Liu Ho Pa Fa - Wasser-Boxen unterrichtet.
1972 eröffnete Wai Lun Choi in Chicago eine eigene Schule.
Das System
Der Stil beinhaltet mehrere Trainings-Formen.

Die Schulungs-Formen
Die Kampf-Formen

Hier verlagert sich das Schwergewicht auf das Kämpfen. Die
ersten 2 Formen waren eher für die Schulung des Körpers und der Atmung
bestimmt.
Hier kommen nun die echten Kampftechniken. Das wichtigste Ziel ist, den Gegner zu
kontrollieren. Dazu werden Würfe, Hebel und Haltegriffe verwendet.
Kompromisslos werden Fingerstiche und Offenhandtechniken gegen die Augen, den
Hals, die Hoden und diverse Akupressurpunkte (dim mak) angewendet.
Interessanterweise erfahren die entlehnten Techniken von Tai Chi, Hsing I oder Pa Kua eine subtile Veränderung in diesem System. Das Wasser-Boxen ist auf eine bessere Kontrolle des Gegners ausgerichtet. Der Gründer des Stils muss ein sehr tiefes Verständnis der anderen inneren Stile gehabt haben, gar nicht zu reden von einer grossen Kampferfahrung.
Bevor die Schüler reif für diese Techniken sind, müssen ihre Körper bereit sein. Die 6 Harmonien und 8 Methoden haben das zum Thema. Beide besitzen sie innere und äussere Aspekte. Zuerst beschreiben wir die Äusseren.
Die 6 äusseren Harmonien sind:
Die 8 äusseren Methoden sind:
ungekürzter Text auf: www.liuhopafa.com
Schule in der Schweiz: www.hong-long.ch